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10 Tipps um die Mondfinsternis zu fotografieren

Am 27. Juli 2018 wird es die nächste Mondfinsternis in Deutschland geben. 1:43 h soll die Finsternis andauern und ihre maximale Ausprägung um 22:22 Uhr erreichen. Doch wie fotografiere ich dieses Ereignis am besten?

Für Anfänger ist eine Mondfinsternis eine Herausforderung an Technik und Können, denn Astrofotografie ist ein schwieriges Feld.

Tipp 1

Ohne Stativ geht nix! Für verwackelungsfreie und scharfe Bilder kommt man als Fotograf nicht um ein Dreibein herum. Für den kleinen Geldbeutel gibt es das unentbehrliche Ausrüstungsstück schon ab etwa 10 Euro. Aber Vorsicht,  kleine, leichte Stative eignen sich nur für kleine Kameras mit einem geringen Gewicht. Bei größeren Modellen kommt es schnell zu Schwingungen oder Beschädigungen.

Tipp 2

Für Mond und Sterne sollte die Kamera über einen manuellen Modus verfügen. Leider bieten nicht alle Einsteigerkameras diese Option. Am besten vorher prüfen, ob am Einstellrad “Manuell” vorhanden ist. 

Tipp 3

Die richtige Einstellungs machts! Bei der Verschlusszeit ist Erfahrung gefragt. Sterne sind ab einer Belichtungszeit von 20 Sekunden im Weitwinkel schnell als Streifen sichtbar. Daher lieber eine Zeit zwischen 15 und 20 Sekunden einstellen und dafür den ISO-Wert steigern. Bei Zoom-Obektiven wird dieses Phänomen noch stärker aus. Eine gute Hilfe bildet hier die 500er-Regel: 

500 ÷ (Brennweite × Sensor-Cropfaktor) = maximale Belichtungszeit

Tipp 4

Offene Blende bringt viel Licht aber auch mehr Unschärfe. Bei wenig Licht muss die Blende geöffnet werden, damit möglichst viel Licht auf den Sensor fallen kann. Der Nachteil, viele Objektive neigen dazu dann unschärfere Bilder zu liefern, vor allem wenn der Fokus nicht ganz sitzt. Deshalb, mit dem niedrigsten Blendenwert beginnen und auch mal ein oder zwei Blendenstufen höher schalten,um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Den Autofokus sollte man ausschalten und manuell durch den Sucher einstellen. Moderne Kameras bieten per Live-View auch die Möglichkeit das Bild zu vergrößern und die Schärfe punktgenau manuell einzustellen.

Tipp 5

Glücklicherweise sind moderne Kameras wahre ISO-Monster. Allerdings kommt ab einem gewissen Wert auch viel mehr Rauschen ins Bild. Auch hier sind Erfahrungen mit der eigenen Kamera gefragt. Während ältere Modelle schon bei ISO 1600 stark rauschen, können moderne Boliden schon mal bis ISO 12600 gute Bilder liefern. Am besten tastet man sich über mehrere ISO-Stufen langsam heran, um das beste Ergebnis zu erhalten. 

Tipp 6

Den Nachthimmel fotografiert man am besten im RAW-Format, damit möglichst viele Bildinformationen erhalten bleiben. Später am Rechner kann man dem Bild den letzten Feinschliff geben, etwas aufhellen, abdunkeln oder Details herausarbeiten. Auch das Rauschen kann gezielt minimiert werden. Fotografiert man allerdings im JPEG-Format, sind viele Korrekturmöglichkeiten nicht mehr drin, da die Bildinformationen nicht mehr vorhanden sind. 

Tipp 7

Wer den Mond großflächig auf den Sensor bannen will, braucht Brennweite. Bei einer Vollformatkamera benötigt man etwa 500mm, bei einer Cropkamera reicht oft auch 300mm. Im Vorteil sind hier die Super-Zoom-Bridge-Kameras, die meistens einen sehr großen Brennweitenbereich abdecken. Wenn die Brennweite nicht vorhanden ist, kann in der Nachbearbeitung das Bild gecroppt werden, d.h. die störenden Bildränder werden einfach entfernt.

Tipp 8

Auch das Smartphone kann bei astronomischen Ereignissen ein gutes Werkzeug sein. Smartphones bieten meist kleine Brennweiten und sind damit ideal ein Panorama aufzunehmen. Mit der richtigen Langzeitbelichtungs-App macht dann auch eine Mondfinsternis Spaß. Aber auch beim Smartphone gilt Stativpflicht. Aus der Hand wird es keine guten Aufnahmen geben.

Tipp 9

Geduld!  Am besten sucht man sich schon eine Stunde vor Beginn ein gutes Plätzchen und richtet sich dort ein. Stativ aufbauen, Kamera montieren und Testaufnahmen machen. Je nach Saison, sollte auch immer die passende Kleidung dabei sein. 

Tipp 10

Meist bietet sich neben der Mondfinsternis auch die Möglichkeit andere Dinge zu fotografieren. Etwa eine schöne Stadtkulisse im Hintergrund oder auch die Sterne ansich. Stadtsilhouetten können bei Langzeitbelichtungen schnell überbelichtet werden. Wer die Möglichkeit hat, sollte daher einen Verlaufsfilter vor das Objektiv schrauben, um den unteren Bereich etwas abzudunkeln. Wer die Sterne gekonnt in Szene setzen will, kann auch einfach mehrere Belichtungen anfertigen. Einmal werden die Sterne korrekt belichtet, danach die Stadt. Am PC kann man dann beide Bilder übereinander legen und somit ein harmonisches Ergebnis erzielen. 

About the author

Christian Thieme

Christian Thieme ist Journalist und Fotograf aus Nordrhein-Westfalen.

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