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Mehr Fotos auf Papier, bitte!

Wenn ich mich mit anderen Fotofreunden unterhalte, wird immer wieder von der guten alten Analogzeit erzählt. „Damals war alles besser“, „Damals wurde mehr überlegt, bevor man auf den Auslöser drückte“ und „dank der Digitalkameras heute werden tausende von Bildern geschossen, die danach ungesehen auf den Festplatten verstauben“. Ich finde diesen Umstand sehr schade, denn auf den Auslöser zu drücken ist ja nur ein kleiner Teil der Fotografie, es sollte auch das fertige Foto zählen.

Ich hatte diese Erkenntnis schon vor mehreren Jahren. Viele meiner Bilder waren auf dem Rechner gespeichert aber ich hatte keine Lust mich stundenlang durch die einzelnen Ordner zu klicken, um mir alte Erinnerungen anzusehen. Irgendwann vielen mir die alten Fotoalben aus meiner Kindheit in die Hände. Unterschiedliche Alben aus Pappe und Leder in denen feinsäuberlich die 10×15 Prints eingeklebt oder eingeschoben waren. Zur Krönung waren viele Fotos mit handschriftlichen Notizen meiner Eltern versehen. Ein tolles Erinnerungsstück, voller Persönlichkeit! Ich war sofort in die Haptik und den Flair verliebt. In dem Moment wurde mir bewusst, dass die Welt wieder mehr Prints braucht!

Aber woran liegt es, dass die Leute alles auf ihren Festplatten verschwinden lassen? Meiner Meinung nach sind wir alle etwas zu faul geworden. Damals „musste“ der Film zur Entwicklung gebracht werden und als Endergebnis kamen meistens 10×15 Prints nach Hause bzw. in die Filiale. Dank der Digitalkameras entfällt die Entwicklung und mit dem Smartphone im Gepäck verschicken wir unsere Urlaubsimpressionen direkt vom Strand oder der Skipiste.

Dabei ist es heute so einfach geworden hochwertige Prints zu bestellen. Beispielsweise beim bekannten Anbieter CEWE, kann jeder seine Abzüge mit wenigen Klicks bestellen. Was ich wirklich toll finde ist, dass es heutzutage so viel Auswahl gibt. Es gibt unterschiedliche Papiersorten und Formate, die an das alte Polaroid erinnern (Retro Prints). Ich habe schon viel in den letzten Jahren ausprobiert und möchte euch gerne ein paar Tipps mit auf den Weg geben:

  1. Macht aus euren Erinnerungen kleine Projekte! Jedes besondere Ereignis in eurem Leben sollte auch in einem Fotoalbum im Regal wiederzufinden sein. Seht jedes Ereignis als kleines Projekt, dass ihr dokumentieren wollt. Ist das Projekt abgeschlossen, schickt eure Fotos direkt über das Internet zum Entwickeln und freut euch über die Fotos, die ein paar Tage später eintreffen.
  2. Der Mix machts! Ich persönlich finde, dass es in einem Regal ruhig etwas bunter sein darf. Heutzutage gibt es viele Alben in unterschiedlichsten Formaten und Farben. Seid einfach mal mutig und probiert verschiedene Sachen aus! Der neuste Trend sind z.B. Prints die in kleinen Schächtelchen verpackt sind. Ich finde, dies ist eine tolle Alternative zu normalen Alben, da das Einkleben und einschieben völlig entfällt. Jedes besondere Ereignis, findet ihr in einem separaten Schächtelchen. Übrigens, sind die Schachteln auch optimal als Geschenk zu gebrauchen.
  3. Analoge Datensicherung! In der Digitalfotografie sprechen wir immer wieder über die Datensicherung. Wie schnell kann es passieren, dass uns liebgewonnene Fotos durch einen Defekt oder Virus abhanden kommen. Sind die Fotos aber erst einmal ausgedruckt und im Regal, habt ihr immer noch eine analoge Sicherung. Gut gelagert halten die Prints über viele Jahrzehnte und zur Not können diese auch einmal abgescannt werden, falls wirklich mal etwas passiert.
  4. Das richtige Papier macht es! Standardpapier ist langweilig. Nehmt lieber hochwertigere Papiersorten, für mehr Brillanz und Langzeitstabilität.
  5. Es muss nicht immer Farbe sein! Probiert einmal aus ein „Projekt“ komplett in Schwarzweiß umzuwandeln und als Prints zu bestellen. Ihr werdet begeistert sein!
  6. Mehr Eleganz mit Rand! Bei ganz alten Abzügen finden sich auch immer Fotos mit weißem Rand. Dieses Element gibt es mittlerweile als Stilmittel auch für eure Fotos. Ich finde, Prints mit weißem Rand gewinnen enorm an Bildwirkung. Hier ist ausprobieren angesagt, ob es einem gefällt oder nicht.
  7. Es darf auch mal größer sein! Besonders bei Porträts bestelle ich gerne ein oder zwei Prints in 20×30 mit. Insbesondre Hochkant Porträts gewinnen durch das größere Format an Ausdruckskraft. Ich habe mir für größere Abzüge eine Mappe zugelegt, in die die Prints einfach eingelegt werden. So sind sie jederzeit Griffbereit.
  8. Die eigene Fotomappe herstellen! Ihr fotografiert schon viele Jahre und möchtet eure besten Aufnahmen dem ein oder anderen Zeigen? Dafür eignen sich am besten selbsterstellte Mappen. Sortiert eure besten Aufnahmen nach Kategorien (Porträts, Landschaften, Makros usw.) und sortiert die Prints in separate Mappen ein. Diese Mappen könnt ihr jedem Zeigen, ganz ohne Strom und ohne euer Handy oder Tablet unterwegs fremden in die Hand drücken zu müssen. Der Vorteil ist zudem, dass ihr jederzeit eure Fotos gegen neuere und bessere austauschen könnt. So habt ihr immer euer aktuelles Portfolio attraktiv verpackt.
Photowalk in Wesel
Schöne Impressionen gehören in einen Kalender oder ins Fotoalbum.

Alternativ zu Prints und Fotoalben könnt ihr natürlich auch eure eigenen Fotobücher erstellen. Mittlerweile ist es kinderleicht und geht schnell von der Hand. Die meisten Anbieter (z.B. CEWE Fotobuch) bieten hierfür eine eigene Software an, die einen durch den Gestaltungsprozess leiten. Mein Tipp: Sammelt mehrere kleine „Projekte“ und fügt sie dann erst in ein Fotobuch ein. Ein Fotobuch sollte immer etwas dicker sein, weil es sich dann besser anfühlt. Nehmt auch kein zu kleines Format. In einem Fotobuch könnt ihr die Größen der Fotos variieren. Spielt mal etwas herum, denn das Ergebnis wird sich lohnen.

Ein weiterer Trend, um eure Fotos gedruckt zu genießen oder zu präsentieren sind eigene Kalender. Urlaubsimpressionen, Fotos vom letzten Photowalk oder eure Lieblingsmotive lassen sich ganz einfach auch für Kalender nutzen. Im Büro kann ein eigener Wandkalender mal etwas Farbe in den grauen Alltag bringen oder ihr verschenkt mal einen Tischkalender an einen lieben Kollegen. Einen Überblick über die Möglichkeiten findet ihr beispielsweise auf der Webseite von CEWE-Print. Probiert es einfach mal aus!

About the author

Christian Thieme

Christian Thieme ist Journalist und Fotograf aus Nordrhein-Westfalen.

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